Altershomogene Gruppen:

 

Wie alt die Kinder in einer Einrichtung sind ist heute sehr unterschiedlich und variiert nicht nur von Bundesland zu Bundesland, sondern auch von Kita zu Kita. In unserer Kita begleiten wir Kinder von 1-6 Jahren in ihrer Entwicklung. 

In altershomogenen Gruppen sind die einzelnen Gruppenräume, ihre Einrichtung und Spielangebote auf die Bedürfnisse der Kinder in der jeweiligen Altersgruppe zugeschnitten. So finden sie immer Herausforderungen, die sie auch meistern können. Durch diese vorbereitete Umgebung schaffen wir eine „Ja“-Atmosphäre: Wir müssen nicht darauf achten, ob die jüngeren Kinder den Älteren etwas kaputt machen oder an zu gefährliche Gegenstände gelangen könnten. Durch das Vermeiden unnötiger „Neins“ gehen die Kinder offener, freier und mutiger auf Neues zu und finden sich in ihren Räumen sehr selbständig zurecht. Altershomogenität fördert zudem das soziale Spiel. Ähnliche, aber auch gleiche Interessen und Fähigkeiten werden von den Kindern wahrgenommen und gelebt. Kinder motivieren sich gegenseitig. Dadurch kann auch bei den pädagogischen Fachkräften ein tieferes Verständnis entwickelt werden, wie Kinder lernen und warum. 

 

Unsere Gruppen:

Krippe

Unsere Krippengruppe umfasst derzeit zwei Jahrgänge im Alter von 1-3 Jahren.

Grundlage unserer Arbeit ist eine stabile Bindungsbeziehung damit nachhaltiges Lernen möglich ist. Die Krippe unserer Einrichtung ist ein Ort der Geborgenheit und des Wachsens und wir haben es uns zu Aufgabe gemacht die Kinder in ihrem Sein und ihrer Verwirklichung ihrer eigenen Persönlichkeit zu unterstützen und zu begleiten. Die liebevolle Gestaltung unseres Alltags wird gepaart mit einer hohen fachlichen Auseinandersetzung bezüglich der Bildung, Betreuung und Erziehung mit den Jüngsten unserer Kita.

Voraussetzung für eine Atmosphäre der Wertschätzung, Achtung und des individuellen Gesehen Werdens ist die Gestaltung des Ankommens und der Eingewöhnung. Um die Eltern auf diese Zeit vorzubereiten und ihnen Sicherheit zu geben, bieten wir im Sommer vor der Eingewöhnung einen Infonachmittag für die Eltern des neuen Krippenjahrgangs an. Bevor die individuelle Eingewöhnung beginnt, bieten wir für das Aufnahmegespräch sowohl die Räumlichkeiten der Kita, als auch einen Hausbesuch in einer vertrauten Atmosphäre an. Das Aufnahmegespräch behandelt zudem Themen wie die Eingewöhnung, den Tagesablauf, Einverständniserklärungen aber vor allem einen intensiven Austausch über das Kind, dessen Rituale, Erlebnisse, Gewohnheiten und Vorlieben. Hier sehen wir die Eltern als Experten ihrer Kinder und freuen uns über den Austausch mit ihnen.

Wir gestalten unsere Eingewöhnung angelehnt an das Berliner Modell. Hierzu besucht das Kind in den ersten Tagen die Einrichtung für eine kurze Zeit gemeinsam mit einer Bezugsperson. Von da an wird täglich individuell geplant in welchem Umfang die Betreuungszeiten sich erweitern. Wir planen für diese Zeit mindestens 2 Wochen. Die Eltern erhalten von uns ein leeres Fotobüchlein, welches sie mit Familienfotos oder Fotos rund um das Leben des Kindes befüllen können.

Damit das Kind sich auch in der Kita selbst erkennt und einen Bezug und Wiedererkennung erfährt, findet es an vielen Fächern, Haken oder Klammern ein Bild von sich. Zudem bekommt jedes Kind eine von seiner Erzieherin selbst genähte und mit Namen bestickte Giraffe – eine in der Kita bleibende persönliche Begleitung, die immer zum Trösten, Schlafen und Spielen da ist.

Unser Alltag ist geprägt von Freispielzeit, Pflege, Angeboten und Projekten. Jeder dieser Momente ist eine Bildungssituation, die dem Kind, für eine selbstständige und -tätige Entwicklung, durch Beobachtung, Begleitung und Unterstützung durch uns, Gestaltungsraum gibt.

Vor allem die Auseinandersetzung mit der Welt durch alle verfügbaren Körpersinne ist für die Krippenkinder unumgänglich.

„Sollte dieses Herumlutschen an Dingen, dieses scheinbar sinnlose Herumlaufen im Raum, das Verstecken von Dingen, das Auskramen von Schränken, Kisten und Taschen etwas Spielen sein? Schwer zu begreifen ist es für viele, dass das, was man zunächst als Unordnung, Chaos oder hygienisch bedenkliches Tun ansehen mag, in Wahrheit eine hoch systematische Arbeit ist, die den kleinen Weltneulingen zur Erkenntnisgewinnung dient.“ (Antje Bostelmann, Michael Fink, März 2012)

Durch unsere angelehnte Arbeit an der Philosophie nach Reggio, ist unser Raum auch mit vielen Attributen dieses Ansatzes gefüllt. Wir nutzen kein vorgefertigtes Spielmaterial, sondern alltägliche Dinge und Naturmaterial (Bürsten, Tücher, Schlüssel, Taschen, Flaschen, Rohre, Wäscheklammern, Telefone, Holzscheiben, Stöcke, Kastanien, Sand, Wasser, Eis, …), orientieren uns an den Jahreszeiten, bauen verschiedene Ebenen/Höhen ein, haben eine Miniatelier und bieten Rückzugsorte.

Einer dieser Rückzugsorte ist der dem Gruppenraum angrenzende Schlafraum, in dem jedes Kind, individuell in Begleitung schlafen gehen kann.

 

Der Bewegungsraum

 

Im Bewegungsraum finden die 4-5-Jährigen ihren Platz. Besonders in diesem Alter haben die Kinder einen hohen Bewegungsdrang, der somit befriedigt werden kann.

Auch die eigenen Körpererfahrungen, Grenzen erkennen, Ängste überwinden und die Stärkung des Selbstvertrauens durch Erfolgserlebnisse sind wichtige Erfahrungsfelder für die Kinder in diesem Alter. Der eigene Körper und die motorischen Fähigkeiten werden bewusster wahrgenommen und zielgerichtet ausgeführt, z.B. beim Balancieren, Klettern und wieder Runterkommen.

Die Auseinandersetzung und Kooperation in Kleingruppen durch gemeinsames Bauen und Nutzen von Bewegungslandschaften beschäftigt die Kinder ebenso wie ihre Selbstwirksamkeit. Was kann ich mit meinen Entscheidungen erreichen, welche Erfolge erziele ich?

Dadurch erlernen die Kinder den Umgang mit positiven und negativen Emotionen (Frustration aushalten und ausdrücken, Freude verarbeiten…).

 

 

 

Auch die Phantasie entwickelt sich in dieser Phase weiter und prägt sich aus – dies zeigt sich bspw. im Erfinden von Geschichten und der Vielfältigkeit und Details, die diese enthalten.

Eine wachsende Wahrnehmung für Zeit („vorher“, „nach“, „danach“…), das Erkennen von Zeitstrukturen (Tages-, Jahresablauf) und ein beginnendes Verständnis für Zahlen und Buchstaben (Erstes Schreiben von Zahlen/Buchstaben, Würfelbilder ohne abzählen erkennen) zeigen, wie groß die Entwicklung im kognitiven Bereich ist.

Das Erfassen von Ursache und Wirkung (z. B. wenn ich den Gong leicht anschlage, klingt er leise. Wenn ich den Gong fest anschlage, klingt er laut.) zählt ebenso dazu.

Das Kind beginnt Gewichte einschätzen zu können, das Konstruieren wird gezielter und aufwändiger und auch die Möglichkeiten Ideen zu entwickeln und umzusetzen steigert sich.

Das Bewusstwerden darüber, dass sich die eigenen Gefühle von denen der anderen unterscheiden, ist ebenso ein großer Schritt in dieser Altersstufe und bringt eine bemerkenswerte Veränderung der emotionalen Kompetenz mit sich.

Auch das Sozialverhalten erweitert sich stark – das zeigt der beginnende Gerechtigkeitssinn, die gesteigerte Hilfsbereitschaft gegenüber Kleineren und die selbstbestimmte Bereitschaft zu teilen, die sich nun entwickelt. Grenzen und Regeln werden vermehrt getestet und auch infrage gestellt, wodurch das Agieren in Kleingruppen ganz neue Entwicklungsaufgaben bereitet. Auch das Pflichtbewusstsein prägt sich aus: Kleinere Aufgaben können eigenverantwortlich übernommen werden (z.B. das Tischdecken).

 

Das Atelier- die Vorschule

Vorschularbeit findet während der kompletten Kita-Zeit Ihres Kindes statt. Im letzten Kita-Jahr wird nochmal ein besonderes Augenmerk auf die Kompetenzen der Kinder gelegt, die für die Schule wichtig sind. Wir fördern die Fähigkeiten der Kinder, um den Schulalltag gut meistern zu können. Wichtig ist es z.B., dass die Kinder lernen, anderen aktiv zuzuhören, sie ausreden zu lassen und als Gruppe gut zusammenzuarbeiten.  

 

Wir unterstützen die:

·       Grobmotorik im Hinblick auf den Sportunterricht.

·       Feinmotorik im Hinblick auf die Heftführung.

·       Selbstständigkeit um Aufgaben und Arbeitsaufträge auszuführen.

·       Sozialkompetenz zur Stärkung der Empathiefähigkeit, von Freundschaften und der Klassengemeinschaft.

·       Persönlichkeitsentwicklung zur Selbstfindung „Ich bin ich und bin gut, wie ich bin.“ und der Unabhängigkeit von Freunden.

·       Konzentration für den Unterricht.

 

Vorschulkinder kommen in den Genuss von speziellen Angeboten (Ausflüge, Exkursionen, etc.), da wir es wichtig finden, dass das letzte Kita-Jahr für diese Kinder als die Ältesten des Biberbaus, etwas ganz Besonderes sein sollte.

 

Direkt zu Beginn des Vorschuljahres findet das erste Treffen der Vorschulkinder statt. Hier überlegen die Kinder, welchen Namen ihre Gruppe bekommen soll und stimmen darüber ab. Daran angelehnt können immer wieder Projekte entstehen, in welchen wir Interessen und Themen der Kinder aufgreifen und mit ihnen daran arbeiten.